Renaturierung Wanne Dipperz
Im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie wurde der innerörtliche Abschnitt der „Wanne“ umfassend ökologisch aufgewertet. Auf rund 160 Metern Länge erhielt das Gewässer ein neues, naturnahes Profil und wurde deutlich aufgeweitet. Bestehende Beton-Stützmauern sowie Uferbegradigungen wurden zurückgebaut und durch Natursteinquader ersetzt, um eine natürliche Ufergestaltung zu ermöglichen. Zudem wurde ein vorhandenes Brückenbauwerk abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, wodurch sowohl die Abflusssituation als auch die lineare Durchgängigkeit des Gewässers nachhaltig verbessert werden konnten.
Projektüberblick
Ort
Dipperz, Gemeinde Dipperz
Auftraggeber
Gemeinde Dipperz
Projektart / Fachbereich
Wasserbau, Hochwasserschutz, Renaturierung
Zeitraum
Planung LPH I-IV: 2018-2020, LPH V-VIII + örtliche BÜ: 2020
Projektstatus
LPH I-IX abgeschlossen
Herausforderungen
Die Durchführung der Renaturierungsmaßnahme an der „Wanne“ in der Ortsmitte von Dipperz war mit mehreren technischen und logistischen Herausforderungen verbunden. Die Gewässerstrecke verläuft unmittelbar parallel zur Langenbieberstraße (L3258), sodass sämtliche Bauarbeiten unter beengten Platzverhältnissen und mit besonderer Rücksicht auf den innerörtlichen Verkehr geplant und ausgeführt werden mussten.
Da sich ein Labor in unmittelbarer Nähe zum Baufeld befindet, waren erschütterungsarme Bauverfahren zwingend erforderlich. Dies erforderte eine sorgfältige Auswahl der eingesetzten Geräte und Bauabläufe, um die empfindliche Umgebung nicht zu beeinträchtigen.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt war der Neubau des Brückenbauwerks, der ausschließlich während der Sommerferien 2020 unter Vollsperrung der Langenbieberstraße umgesetzt werden konnte. Die Arbeiten mussten in einem engen Zeitfenster koordiniert werden, um die Verkehrsbeeinträchtigungen auf ein Minimum zu reduzieren und den Bauablauf fristgerecht abzuschließen.
Ergebnis / Mehrwert
Durch die Renaturierung des innerörtlichen Gewässerabschnitts wurde die ökologische und hydraulische Funktion des Fließgewässers nachhaltig verbessert. Die neu geschaffenen naturnahen Uferstrukturen fördern die biologische Vielfalt, bieten neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und stärken die Selbstreinigungskraft des Gewässers.
Gleichzeitig trägt die Maßnahme zur Verbesserung des Hochwasserschutzes bei: Durch Aufweitungen und ein optimiertes Gewässerprofil kann Wasser bei Starkregenereignissen besser aufgenommen und schadlos abgeführt werden.
Auch der Ortskern profitiert unmittelbar von der Aufwertung. Das Gewässer fügt sich harmonisch in das Ortsbild ein und steigert die Aufenthaltsqualität für Anwohnerinnen und Anwohner. Die Renaturierung schafft sichtbare ökologische und gestalterische Mehrwerte und trägt dazu bei, den innerörtlichen Raum langfristig lebenswerter und resilienter zu gestalten.